UNECE R155/R156: Was Werkstätten wissen müssen
UNECE R155 und R156 klingen zunächst nach reinem Hersteller-Papierkram — betreffen in der Praxis aber zunehmend auch Werkstätten, Prüforganisationen und alle, die diagnostisch oder codierend in moderne Fahrzeuge eingreifen.
R155 — Cybersecurity Management (CSMS)
R155 verpflichtet Hersteller zu einem durchgängigen Cybersecurity-Management über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus. Für die Werkstattpraxis bedeutet das: Diagnose- und Programmierzugriffe sind zunehmend an Berechtigungskonzepte wie SFD/SFD2 gekoppelt, und unautorisierte Eingriffe sind nicht nur unerwünscht, sondern regulatorisch relevant.
R156 — Software-Update-Management (SUMS)
R156 regelt, wie Software-Updates von Steuergeräten sicher und nachvollziehbar durchgeführt werden — inklusive Over-the-Air-Updates. Für Werkstätten heißt das: Wer Steuergeräte-Software flasht oder anpasst, bewegt sich in einem Rahmen, der zunehmend dokumentiert und nachweisbar sein muss.
Was das konkret für den Werkstattalltag bedeutet
- Diagnose- und Programmierarbeiten sollten über zertifizierte, nachvollziehbare Zugangswege erfolgen
- Dokumentation von Steuergeräte-Änderungen wird wichtiger als reine Erledigung der Aufgabe
- Wer mit Nachrüstungen oder Steuergeräte-Tausch zu tun hat, sollte Typgenehmigungsrelevanz frühzeitig mitdenken
Die Einordnung dieser Anforderungen für den eigenen Werkstattbetrieb ist Teil meiner Regulatorik-Beratung und meiner UNECE-Schulungen.